Unsere Chronik

Mit Gustav fing alles an

1923      hat die Geschichte des heute weltweit operierenden Unternehmens mit hervorragender Logistik und internationalem Know-how begonnen, als Gustav Jürging seinen Naturdarmbetrieb für den Verkauf von genähten Schweinedärmen und getrockneten Schweineblasen mitten in Gütersloh eröffnete. Von nun an gab es das Ladenlokal mit dem Namen „Jürging“ in einer Region, die sich mitten im pulsierenden Land- und Viehhandel befand. Hier konnte sich das Geschäft nach der Eröffnung in den folgenden 15 Jahren gut etablieren und sich eines wachsenden regionalen Kundenstammes erfreuen.


1938      übernahmen nach Gustav Jürging’s Tod seine Frau Mathilde und seine beiden Söhne Karl und Erich, die damals erst Mitte 20 waren, die Leitung des 8-Personen-Betriebes und veranlassten die Eintragung des Unternehmens als OHG ins Handelsregister. Zeitnah wurde zunächst als Cross-Selling – wie man heute sagt – das Angebot mit dem Verkauf von Fleischereiprodukten, wie z. B. Maschinen, Messern, Gewürzen, Konserven usw. ergänzt. Mit dem neuen Ergänzungssortiment verstand sich das Unternehmen Jürging schon in einer frühen Phase als Problemlöser seiner Kunden und Lieferanten.

Von 1939 – 1945 verhinderte der 2. Weltkrieg – wie auch in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft – eine weitreichende Weiterentwicklung des Unternehmens.

Ab 1945      leitete Karl Jürging den Betrieb allein weiter, da sein Bruder Erich als verschollen galt,  und begrenzte das Angebot wieder auf die Kernkompetenz im Bereich der Naturdärme, welche sich in Zeiten des Wiederaufbaues und Wirtschaftswunders einer wachsenden Produktvielfalt erfreuten. So wurden schon zu diesem Zeitpunkt nicht nur ausschließlich Schweineblasen und -därme verkauft, sondern ein umfangreiches Naturdarm-Sortiment angeboten.

1954    stellte Karl die Weichen für das internationale Handelsgeschäft, indem er im selben Jahr das verwandtschaftliche Unternehmen Bergé mit eigenem Namen übernahm, welches die Berechtigung hatte, Import- und Exportgeschäfte abzuwickeln, was unter der Aufsicht der Alliierten nicht allen deutschen Unternehmen erlaubt war. Sukzessive entstand so ein verlässliches Netzwerk internationaler Kontakte im Bereich des Naturdarmhandels.

1957      musste die Familie den Tod der damaligen Seniorin Mathilde Jürging betrauern. Im selben Jahr wurde der noch immer im Krieg vermisste Erich Jürging für Tod erklärt.

1960      erbaute Karl Jürging einen weiteren Betrieb in Salzkotten, wo Därme fachgerecht sortiert und genäht werden, insbesondere für den amerikanischen Markt.

1965      war abermals die junge Generation schon sehr früh gefordert, das väterliche Unternehmen zu übernehmen, da der ambitionierte Geschäftsmann Karl auf einer Geschäftsreise tragisch bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Mit nur 24 bzw. 25 Jahren traten infolgedessen Reiner und Peter Jürging in die Fußstapfen ihres Vaters und zeichneten sich verantwortlich für das mittlerweile international ausgerichtete Unternehmen. Sie intensivierten die Kunden- sowie Lieferantenbeziehungen und behaupteten sich dabei kompetent mit hervorragenden Produktkenntnissen.

Seit den 90er      Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts intensiviert das Haus Jürging die strukturierte Markenentwicklung, die insbesondere von Andreas Jürging (aus der vierten Generation) begleitet und vorangetrieben wird. Während „nova ess“ für Premium steht und die älteste Jürging-Marke ist, folgten PRIMOnaht, PRIMOpur, PRIMOwell, PRIMOform und als jüngste Marke wurde EUROSTAR in 2005 erschaffen. Mit den Produkten der Marke EUROSTAR konnten die Anforderungen des europäischen Wurstmarktes abgerundet werden.

1993      errichteten wir ein Zweigwerk in Gryfino, Polen für die Produktion von genähten und sortierten Fettenden. Heute werden dort außerdem Dünndärme von Schwein und Schaf auf Röhrchen und Streifen gerafft.

1995      siedelte das Unternehmen um ins ländliche Versmold-Bockhorst, und behielt damit nicht nur den Sitz in Nordrheinwestfalen, sondern erhielt auch die unmittelbare Nähe zur niedersächsischen Grenze, die nur wenige Autominuten entfernt verläuft.

2003      wird die1938 gegründete Ernst Groth GmbH & Co. KG – zu dem Zeitpunkt bereits in Versmold ansässig – als Tochterunternehmen übernommen und unter der Firmierung Groth Naturdarm GmbH & Co. KG geführt.

2012      steigt mit den Kaufleuten Andreas und Patrick Jürging – die Söhne von Reiner und Peter – die vierte Jürging-Generation geschäftsführend in das Unternehmen ein. Bergé wird im Zuge der Umwandlung der Firma Jürging in eine GmbH  mit dem Unternehmen verschmolzen, sodass nun beide Betriebe unter der Firmierung „Jürging GmbH“ laufen, die mit Reiner, Peter, Andreas und Patrick Jürging von einem breit aufgestellten Spezialisten-Team für Naturdärme von Schaf, Rind und Schwein geführt wird. Das vielseitige Wissen über Herkunft, Sorte, Transport, Verarbeitung, Anwendung und vieles mehr bilden die heutige Grundlage für die qualifizierte und individuelle Kundenberatung und -betreuung.

Heute      bietet das Unternehmen mit seiner Kompetenz im Bereich der Naturdärme eine Sortimentsvielfalt auf dem deutschen Markt, die eine nicht mehr wegzudenkende Stellung einnimmt. Schon aus Tradition ist das Unternehmen mit seinen Produkten immer nah am Kunden und überzeugt über die Jahre hinweg durch qualitativ hochwertige Rohstoffe, welche mit viel Know-how verarbeitet werden.

Immer wieder ist man bereit, sich den strengen und kostenintensiven Anforderungen von  HACCP und IFS bzw. (FSSC) 22000 : 2010 zu stellen. Somit leistet Jürging auch dann seinen verlässlichen Beitrag zur Sicherheit der Produktion seiner Kunden, wenn Mitbewerber hier an ihre Grenzen stoßen.

Inzwischen ist der Naturdarm nach Zeiten aufkommender Verdrängung durch Kunstdärme wieder ein begehrtes Produkt. Denn die Fachmänner wussten und wissen, dass handwerklich hergestellte Wurstwaren auch den Verbraucher – gerade in der modernen Zeit – immer wieder überzeugen. Der Naturdarm liefert bei Wurstprodukten nicht nur die natürliche Optik, sondern bringt bei gleichbleibender Wurstbrätqualität auch den natürlichen Geschmack. Letztlich ist und bleibt der Naturdarm eine natürliche Verpackung für Wurstwaren. Gerade in einer Zeit der Globalisierung wünscht sich der Verbraucher naturnahe Produkte aus handwerklichen Herstellungsprozessen, die das Haus Jürging mit seinen hohen Ansprüchen in geprüfter Qualität liefert.